Familienrecht (Scheidungsrecht)

Die Regelungen des Familienrechtes begleiten jeden Menschen ein Leben lang.

Das Familienrecht regelt das Namensrecht, das Verlöbnis, die Ehe, die Trennung, die Scheidung mit Güterrecht, den Versorgungsausgleich, das Unterhaltsrecht und Kindschaftssachen.

Weiterhin regelt das Familienrecht die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten durch Ehevertrag oder Trennungs- und Scheidungsvereinbarungen. Das Familienrecht hat auch Auswirkungen auf erbrechtliche Regelungen.

Überblick

Gerade im Rahmen der Trennung oder Scheidung kommt es zu familienrechtlichen Problemen zwischen den Ehegatten, welche gelöst werden müssen. 

  • Kommt es zu einer Trennung und Scheidung der Ehegatten, treten viele Fragen auf:
  • Was muss ich bei einer Trennung beachten?
  • Wann kann ich mich scheiden lassen?
  • Kann ich von meinem Ehegatten Unterhalt verlangen?
  • Besteht ein Anspruch auf Kindesunterhalt?
  • Wo leben die Kinder in Zukunft?
  • Was ist mit meinen Rentenansprüchen?
  • Wie wird der Hausrat aufgeteilt?

Viele dieser Fragen können im Rahmen einer Trennungs- und Scheidungsvereinbarung zwischen den Ehegatten und Eltern durch notariellen Vertrag vereinbart werden, sodass nicht alle sich ergebenden Fragen im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens geregelt werden müssen.

Wenn Sie Fragen zum Rechtsgebiet Familienrecht haben, so beraten und unterstützen wir Sie mit unserer Erfahrung und dem nötigen Know-how. Kontaktieren Sie uns mit für eine persönliche erste Beratung in unserer Kanzlei und profitieren Sie von unserem großen Fachwissen.

Schwerpunkte:

  • Trennung / Scheidung
  • Versorgungsausgleich
  • Unterhalt / Trennungsunterhalt / nachehelicher Unterhalt / Kindesunterhalt
  • Güterrecht / Zugewinngemeinschaft
  • Sorgerecht / Umgangsrecht
  • Hausrat / Ehewohnung
  • Ehevertrag

Scheidung und Trennung

Um ein Scheidungsverfahren vor Gericht einleiten zu können, müssen die Ehegatten, sofern kein Härtefall vorliegt, das sogenannte Trennungsjahr nachweisen.

Die Ehegatten müssen vor der Einleitung der Scheidung vor Gericht in der Regel mindesten ein Jahr getrennt sein. Dies bedeutet, dass sie getrennt von Tisch und Bett leben - entweder in getrennten Haushalten oder unter einem Dach.

In der Trennungszeit sollte der Hausrat aufgeteilt werden, geregelt werden, ob und wer weiterhin in der Ehewohnung lebt, geprüft werden, ob Unterhaltsansprüche gegeben sind.

Nach Ablauf des Trennungsjahres kann der Scheidungsantrag bei Gericht eingereicht werden. Hierzu ist die Heiratsurkunde vorzulegen. Sofern gemeinsame Kinder vorhanden sind, ist die Geburtsurkunden der Kinder vorzulegen. 

Versorgungsausgleich

Im Rahmen des Versorgungsausgleichs werden die während der Ehezeit von jedem Ehegatten erworbenen Rentenanwartschaft zwischen den Ehegatten ausgleichen. Zu den Rentenanwartschaften zählen z.B. Anwartschaften aus gesetzlicher Rente, Betriebsrente, Beamtenversorgung sowie private Rentenanwartschaften.

Der Ausgleich erfolgt in der Regel während des Scheidungsverfahrens, da das Versorgungsausgleichsverfahren im sogenannten Zwangsverbund steht.

Ein Versorgungsausgleich wird nicht durchgeführt bei kurzer Ehedauer oder einer einvernehmlichen vertraglichen Regelung über den Versorgungsausgleich, es sei denn, die Durchführung wird beantragt.

Güterrecht und Zugewinnausgleich

Nach der Heirat und ohne Vereinbarung durch einen notariellen Ehevertrag leben die Ehegatten im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

Nach der Ehescheidung ist dieser Güterstand aufgehoben und der während  der Ehezeit von beiden Ehegatten erwirtschaftete Zugewinn ist unter den Ehegatten auszugleichen.

Die Ehegatten haben vor und während der Ehe oder im Zeitraum der Trennung die Möglichkeit, durch Vertrag Regelungen in Bezug auf die Zugewinngemeinschaft zu treffen. 

Vor oder während der Ehe können die Ehegatten statt der gesetzlichen Zugewinngemeinschaft eine modifizierte Zugewinngemeinschaft, Gütertrennung oder Gütergemeinschaft vertraglich vereinbaren. Eine Modifizierung des Güterstandes durch Ehevertrag ist bei Teilhaberschaften eines oder beider Ehegatten an Unternehmen oder bei Selbständigkeit anzuraten.

Nach der Trennung können die Ehegatten im Rahmen einer Trennungs- und Scheidungsvereinbarung die Auseinandersetzung einvernehmlich regeln.

Über die Möglichkeiten einer vertraglichen Gestaltung Ihre Güterrechtes beraten wir Sie gerne.

Unterhalt

Die Klärung der Unterhaltsansprüche ist eines der wichtigsten Themen, welche es im Rahmen der Trennung und Scheidung zu lösen gilt.

Trennungsunterhalt

Nach der Trennung der Ehegatten bis zur Rechtskraft der Scheidung können Ansprüche zwischen den Ehegatten auf Trennungsunterhalt bestehen. Dieser entsteht in der Regel, wenn betreuungsbedürftige Kinder vorhanden sind und ein Ehegatte nicht Vollzeit arbeiten kann, oder aber auch wenn während der Ehe nur ein Ehepartner arbeitet und der andere sich um Ehewohnung und Haushalt sorgt.

Nachehelicher Unterhalt

Ein Anspruch auf nachehelicher Unterhalt kann für die Zeit nach Rechtskraft der Scheidung bestehen. Dieser Anspruch ist jedoch zwischen den Ehegatten nur unter gesetzliche vorgesehenen Fällen möglich.
Hierunter zählen:Unterhalt wegen Betreuung Unterhalt wegen AltersUnterhalt wegen Krankheit oder GebrechensUnterhalt wegen Erwerbslosigkeit und Aufstockungsunterhalt
Hierbei ist zu beachten, dass eine zeitliche Befristung oder Begrenzung der Höhe nach vorliegen kann.

Kindesunterhalt 

Sind aus der Ehe gemeinsame Kinder hervorgegangen, die zum Zeitpunkt der Trennung und Scheidung der Eltern noch minderjährig sind, oder sich noch in einer Ausbildung befinden, ist stets ein Anspruch der Kinder auf Unterhalt zu prüfen und zu berechnen.

Bei allen Unterhaltsansprüchen ist zu beachten, dass bei dem Unterhaltsberechtigten ein Bedarf bestehen muss. Der Unterhaltsverpflichtete muss leistungsfähig sein.

Dies ist durch eine entsprechende Unterhaltsberechnung zu ermitteln. 

Sorgerecht / Umgangsrecht

Ein besonders hohes Gut ist das Wohl des Kindes. Sofern gemeinsame Kinder aus der Ehe hervorgegangen sind, ist das Wohl des Kindes über alle einhergehenden Probleme zu stellen.

Sorgerecht

Grundsätzlich haben die Eltern von Gesetzes wegen  das gemeinsame Sorgerecht für ihre minderjährigen Kinder. Dies kann nur in Ausnahmefällen aufgehoben werden.

Der betreuende Elternteil kann Entscheidungen des täglichen Lebens des Kindes alleine treffen. Bei allen anderen Fragen der elterlichen Sorge müssen die Eltern gemeinsame Entscheidungen treffen.

Umgangsrecht

Allem vorweg ist festzuhalten, dass die Eltern / Elternteile nicht nur ein Umgangsrecht, sondern auch zum Wohle des Kindes eine Umgangspflicht haben.

Zwischen den Eltern und Ehegatten ist zu klären, bei welchem Elternteil das Kind zukünftig  leben wird. Hierzu können unterschiedliche Regelungen vereinbart werden. Z.B.

  • Das Kind lebt bei einem Elternteil und wird durch diesen bereut; der andere Elternteil nimmt ein regelmäßiges Besuchsrecht wahr.
  • Das Wechselmodell: in diesem Fall lebt das Kind zu gleichen Teilen bei jedem Elternteil; Voraussetzung hierfür ist u.a. eine überdurchschnittlich gute Kommunikationsfähigkeit der Eltern.
  • Das Nestmodell: in diesem Fall lebt das Kind in der ehelichen Wohnung und die Elternteile wechseln in einem vereinbarten zeitlichen Rhythmus in die Wohnung der Kinder. 

Hausrat und Ehewohung

Hausrat

Bei der Trennung des Hausrates ist zu beachten, dass dieser, sofern keine einvernehmliche Teilung unter den Ehegatten möglich ist,  nach den Grundsätzen der Billigkeit aufgeteilt werden kann. Jedoch ist eine angemessene Vergütung zu prüfen.Können die Ehepartner sich nicht einigen, so wäre ein gerichtliches Verfahren einzuleiten.

Ehewohnung

In dem Trennungszeitraum kann ein Partner verlangen, dass ihm die gemeinsame Ehewohnung zum alleinigen Gebrauch überlassen wird, sofern es notwendig ist, um eine unbillige Härte zu vermeiden. Dies kommt insbesondere in Betracht, wenn gemeinsame Kinder in der Wohnung leben. Dies kann auch für die Zeit nach der Scheidung gegeben sein. Eventuelle mietrechtliche Fragen oder eine angemessene Nutzungsvergütung sind zu prüfen. Kommt keine Einigung zustande, könnte ein Ehewohungszuweisungsverfahren in Betracht kommen.

Ehevertrag

Ein Ehevertrag kann vor der Eheschließung oder während der Ehe geschlossen werden. Ein Ehevertrag ist notariell beglaubigen zu lassen.

Im Rahmen eines Ehevertrages können insbesondere Regelung bezüglich des Güterstandes, Versorgungsausgleichs, Hausrats und in engen Grenzen des nachehelichen Unterhalts getroffen werden. Voraussetzung hierfür ist, dass die getroffenen Vereinbarungen nicht sittenwidrig sind.

Trennungsunterhalt, Kindesunterhalt und Unterhalt wegen Betreuung können nicht ausgeschlossen werden.

Für eine Beratung und der Ausarbeitung des Ehevertrages stehen wir gerne zur Verfügung.

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